Mein Name ist Mearl

Als dämonischer Snitch hat man es nicht leicht: Ständig kracht jemand anders durch die Tür des nichtsogeheimen Unterschlupfes, hängt einen kopfüber an die Decke, bringt Berufschläger mit oder – das ist das Allerschlimmste – kritisiert die Einrichtung. Dabei können wir uns nichts gemütlicheres vorstellen als einen Sitzsack, um auf dem frisch geklauten iMac zu zocken. Ach nee, is ja apple, da gibts gar keine Spiele für. Was auch immer man mit dem Teil macht, außer es dekorativ in die Ecke zu stellen. Wie kriegen wir jetzt die Brücke von überteuerter Computertechnik hin zur Handlung? Achja: Man muss schon eine böse Anwaltskanzlei sein oder einen Wohltätigkeitsball verunstalten, um sich so ein Teil leisten zu können. Ha! Meister der Überleitungen sind wir! Der gute Angel trifft auf Anne, die sich nach ihrer Mitgliedschaft in einem Vampirfanclub und einem dämonischen Jugendheim (ältere Buffy-Zuschauende erinnern sich) gedacht hat, sie macht mal selbst einen Jugendclub auf. Dass sie bei diesem tatsächlich sehr noblen Vorhaben von Wolfram&Heart unterstützt wird, das ist ne Kröte, die sie bereit ist zu schlucken, schließlich gehts hier um jede Menge Kröten. Angel rechnet ihr aber mal vor, was die Anwälte daran verdienen (neben jeder Menge Publicity) und was am Ende für die Jugendlichen übrig bleibt. Doch Anne sagt sich: lieber 20% von Millionen als Null Prozent von Nix. Aber der Zweifel ist dann doch gesäht und sie macht mit Angel gemeinsame Sache auf der wohl seltsamsten Spendengala, die wir je erlebt haben. War aber alles nur Ablenkung und Angel hat am Ende alle gegeneinander ausgespielt und Wolfram&Heart sowohl um das Geld als auch um ihr Ansehen gebracht. Wie wir weiland bereits bei Dune gelernt haben: Einen Plan versteckt man am besten in einem Plan. Immerhin: Anne bekommt nicht nur 20% sondern den ganzen Batzen (nur für Kinder nicht für Katzen).

Warum da aber das sprichwörtliche Blut dranklebt (klar, wegen des Fights, aber wir meinen eigentlich die ursprünglichen 20%) ist uns allerdings nicht so hundertprozentig klar. Aber wer braucht schon Logik, wenn er so tolle Gaststars hat? Und zwar sowohl in der Folge als auch bei deren Besprechung. Das garniert mit den absolut brillanten Einspielfilmen des verstorbenen Holland Manners. Und so stehen wir zumindest am Rand der Tanzfläche und gehen sogar gelegentlich drauf und tanzen

Den Tanz der Freude

Sprachlos im Battle

Sagen Sie jetzt nichts!

Der gute Angel hat zuviele Loriot-Sketche gesehen oder durchlebt nach der Film Noir- nun die Stummfilm-Phase. Denn er sagt im Verlauf der Folge keinen einzigen Ton. Höchstens mal ein abfälliges Schnäuzen ansonsten Schnauze. Das könnte ein schönes Stilmittel sein, wenn irgendjemand sich nicht offenbar in der Postproduktion (damit ist nicht Paketeschicken gemeint) gedacht hätte, die Zuschauenden wären eventuell nicht in der Lage der wortlosen Handlung zu folgen und deshalb müsse man noch ein paar Voiceover vom Hauptprotagonisten einsprechen lassen. “Jetzt bin ich bereit” – “Halt, doch nicht.” – “JETZT bin ich bereit.” – “Jetzt habe ich Hunger” usw. Es kann uns niemand erzählen, dass diese Monologe von vornerein geplant waren, die fühlen sich uuuuunglaublich nachträglich aufgepfropft an. Rein handlungstechnisch kann man nicht meckern: Lindsay und Lyla erwachen im frisch gestapalten Leichenhaufen und sollen nun als juristische Ansprechpartner für das diabolische Vampirduo dienen. Wer auch immer von beiden die nächsten Wochen überleben wird. Statt ins Jenseits werden die beiden allerdings ganz normal befördert. Zu acting-Cochiefs of special operations to the secret to the max! Angel spielt währenddessen ein wenig Fightclub, schaltet Darlas dämonische Armee aus und zündet kurzerhand die beiden Vampirdamen ein wenig an. Hätte er vorher den Hydranten weihen lassen, wäre der move NOCH badassiger gewesen.

Währenddessen suchen Wes, Cordy und Gunn erst Trost im Alkohol, dann im Gesang und dann in der Tatsache, dass sie auch ohne Angel als Team gut funktionieren. Und dank einer perfekt getimten Vision finden sie wieder auf den goldenen Pfad.

Apropos finden: Wie finden wir das? Och, eigentlich ganz gut. Aber weit von perfekt. Am meisten stören die aufgesetzten Voiceover. Aber es gibt wieder ein paar gute Szenen und tolle Dialoge und Charaktermomente. Und so stehen wir heute nur am Rand der Tanzfläche und trinken das Bier der Freunde.

Wolf, Ramm, hart – aber herzlich

Nach einem Hammer-Ende einer Hammer-Folge geht es hammermäßig weiter. Wir erinnern uns: In der letzten Szene der letzten Folge schwebte Drusilla todesengelgleich ins Hotelzimmer. Mit Batmanesquer Schlaumeierlogik schlussfolgert die Gang die aktuellen Aufenthaltsort der mehr oder weniger untoten Damengang, wo die gute Drusilla das “Jeanney”-Video von Falco nachgestellt und Darla unter einer Glaskuppel aufgebahrt hat. Doch bevor Angel zum Pflock greifen kann (den er erstaunlich umständlich verstaut hat), bekommt er einen mit der Schippe und schon geht sie los die wilde Prügelei. Erst unter dreien, dann unter zweien, bis die Damen sich angesichts einer offen dargestellten extremen toxischen Männlichkeit versöhnen und auf Shopping-Killing-Tour gehen. Und weil eine gute Weinverkostung ein wenig Biss vertragen kann, landet man am Ende im holländischen Käsekeller, wo diverse rote Flüssigkeiten kredenzt werden. Und Blut ist dicker als Wein. Angel hat irgendwie keinen Bock, als Retter in der Not einzuspringen, sperrt erst die Anwaltsmeute mit den Vampirdamen in den Keller und setzt anschließend seine Mitarbeitenden vor die Tür. Wow. Die zweite Folge in äh..Folge, die uns am Ende einen mächtigen Schlag in die Magengrube versetzt.

Wir sind sowas von auf der Tanzfläche und tanzen den

Tanz der Freude.

Auf Leben und Brot

Manchmal besteht ein Festmahl eben nur aus einer Variaton verschiedener Brote. Und manchmal kommt es vor, dass man mit okayen Erwartungen in eine Folge geht und begeistert wieder rauskommt. Beides ist heute der Fall. Angel ist wieder mal / immer noch auf der Suche nach Darla. Stellt sich raus: Beim Wiedererwecken hat nicht nur die gute Darla die Reise zurück ins Dasein angetreten sondern auch ihre bakteriellen Untermieter. Weil die Syphilis-Behandlung ein paar Jahrhunderte zu spät kommt sind es nur noch ein paar Monate, die der immer blasser werdenden Blondine auf der hohlen flachen Erde bleiben. Das hat sogar Lindsays Hautarzt bestätigt! Während Darla sich mehr oder weniger mit ihrem Schicksal arrangiert hat, durchlebt (durchuntotet?) Angel die verschiedenen Phasen der Trauer. Und weil das “Verhandeln” ganz oben auf der Kübler-Ross Skala steht (oookaaay, auf Platz 3 von 5) stellt sich Angel drei Prüfungen, um von einem britischen Butler (was hat der, dessen Name nicht genannt wird nur immer mit den Briten?) eine dritte Chance für Darla zu erbeuten. Angel wäre nicht der Hauptdarsteller seiner eigenen Serie, wenn er nicht am Ende siegreich hervorgehen würde, um dann doch mit leeren Händen dazustehen. Denn wiederwiederbeleben das geht nun wirklich nicht, selbst nicht, wenn man James der Butler ist. Aber das Brotbuffet war lecker. Und gerade als auch Angel sich mit der Situation abgefunden hat überschlagen sich die Ereignisse 🙂

WOW! Diese Folge hat soviel, worüber man reden kann. Und deshalb tun wir das auch: Die Phasen der Trauer, Anspielungen auf Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, Charakterstudien und die vermutlich besten letzten 3 Minuten einer Folge der gesamten Serie. Denn der überraschende Auftritt des Gaststars ist dermaßen gut in Szene gesetzt, dass einem auch bei xten Mal ein Schauer den Rücken runter läuft. Diese Musik! Diese Kameratechnik! Dieses Wortlose Spiel! Selbst Darla nervt deutlich weniger als gewöhnlich. Und der Grunge-Vampir in der versifften Kneipe ist auch großartig. Die Darla-Darstellerin darf ihre Gesangsstimme auspacken, alte Folgen werden geschickt referenziert und alles, was passiert, wird logisch vorbereitet. Sascha hätte nie gedacht, dass er das bei einer Darla-Episode mal machen würde, aber auch er tanzt voller Inbrunst

Den Tanz der Freude

Alle lieben Rahmon

Willkommen im Haus das Verrückte macht. Denn auf diesem Tuch lastet ein Fluch! Aber glücklicherweise haben sich – frei nach dem altbewährtem Motto – 5 Dämonen 4 Ecken ein paar Starke Arme mit den nötigen Körpern dran gefunden, um einen tonnenschweren Sargopharg aus dem Museum zu wuchten. Doch wir greifen vorweg. Angel hätte eigentlich viel lieber über Darla nachgegrübelt, wird aber jäh durch Gunn aus seinen Gedanken gerissen, mitten in einen Ba-Ba-Banküberfall geschmissen und findet sich mir nichts Dir nichts als Psychopatenvampirdarsteller undercover in einem krummen Ding wieder. Der faltige Bruder von Meatloafe hat nämlich eine Gang zusammengestellt, um das Leichentuch den Rahmon aus einem Museum zu stehlen. Immerhin hat er dazu sogar Worfs Bruder Kurn rekrutiert. Dumm nur: Das Objekt der Begierde hat die Angewohnheit, Leute verrückt zu machen. Und nicht genug, dass auch Gunn die Gang unterwandert hat: Als auch noch Kate, Wes und Cordie im Museum auftauchen überschlagen sich die Ereignisse. 🙂

Und wir? Überschlagen wir uns vor Begeisterung? Nun, da schlagen mehrere Herzen in unserer Brust. Zum einen lieeeeben wir Heist-Movies. Und das, was wir hier serviert bekommen ist eben genau das, garniert mit lustigen onlinern, David Boreanaz, der sichtlich Spaß hat, einen Vampir zu spielen, der einen Vampir spielt und einem Dämon, der nicht nur einen sehr menschlichen Namen trägt, sondern auch zwei Pistolen. Das zieht man auch nicht aller Tage in einer Vampirserie. Andererseits hat die Folge auch ei-ni-ge schreiberische Löcher, durch die man mehrere Sargopharge tragen könnte. Warum die das Teil durch die Gegend schleppen, statt einen Hubwagen mitzunehmen, wenn sie schon an alles andere gedacht haben zum Beispiel. Und wie das Tuch wen ab wann beeinflusst oder eben nicht mehr, weil Angel nicht nur einen sondern gleich zwei Momente der Klarheit hat. Naja. Aber: Cordies Monolog über die Opferung von Jungfrauen spricht uns aus der Seele. Und trotz der Logiklöcher macht die Folge einfach Spaß. Und das ist ja die Hauptsache. WIr sind also – zumindest teilweise – auf der Tanzfläche und tanzen

den Tanz der Freude

Vielleicht aus den falschen Gründen, aber hey: Man lebt nur einmal. Und immerhin erfreulich wenig Darla-Content.

Oh my Darlaling…

Haltet Eure künstlichen Langhaarperücken fest, wir begeben uns auf einen wilden Ritt durch diverse Zeitepochen. Denn es begab sich zu einer Zeit, dass “Buffy” und “Angel” noch parallel (oder besser direkt im Anschluss) ausgestrahlt wurden. Und so lag es auf der Hand, nur einmal in Sets und künstliche Langhaarperücken zu investieren und das daraus entstandene Material gleich in beiden Sendungen auszustrahlen. Garniert mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten und Rahmenhandlungen. Während der gute blutige William also in dieser Folge nur mal kurz rempelnd und rülpsend durchs Bild läuft, bestreitet er drüben bei der Jägerin die komplette Folge. Und hier in der Tochterserie liegt der Schwerpunkt auf der jahrhundertedauernden Beziehung zwischen Angel und Spi…äh…Darla. Denn um die Gegenwart besser zu verstehen, empfiehlt es sich, die Vergangenheit zu kennen. Und so begleiten wir Darla von ihrem menschlichen Sterbebett, über ein brennendes Lager fahrender Leute bis nach China zum Boxeraufstand. Und tatsächlich wissen wir das Meiste über dieses historische Ereignis aus “Buffy” und “Angel”. In der Gegenwart plagen die sehr menschliche Darla nun die Gewissensbisse, während Angel und die Gang auf der Suche nach der Dame sind. Am kann man die Guteste vor einer durch W+H inzenierten Hinrichtung retten. Stellt sich raus: Die Anwaltskanzlei will, dass Darla letztendlich bei Angel landet. Allerdings tut sie das nicht in einem der hunderten Betten im Hotel, sondern auf dem unbequemen Sofa mitten im Foyer. Warum? Damit sie nach einem Streit mit Angel über die Vor- und Nachteile einer Seele dramatisch zum Hinterausgang hinauslaufen kann.

Und wir? Rennen wir auch schreiend weg? Vor allem Sascha hatte es ja vor dieser Folge gegraut, da er mit der titelgebenden Dame so gar nichts anfangen kann. Aber auch er ist zumindest so halb auf der Tanzfläche, während Gregor ihn natürlich aufs Parkett legt, den

Tanz der Freude

Denn die Folge weiß wieder mal durch tolle Situationskomik und Dialoge zu gefallen. Die Rückblenden und deren Verschmelzung mit der Schwesterserie wissen trotz einer gewissen Cheesigkeit zu gefallen und hey! Wir sehen den Master wieder! UND James Masters. 🙂 Während Holland Manners heute endlich einen Nachnamen bekommt und wieder mal durch seine väterlich-beängstigende Art zu überzeugen weiß, mäandert Lindsey gefühlt seit Ewigkeiten zwischen gut und böse rum und kommt damit erstaunlicherweise immer wieder durch. Der Charakter scheint dadurch im rewatch deutlich inkosistenter, als in unserer Erinnerung.

Angel geht Angeln

Angel verbringt ein Angelwochenende (ohne witz!) mit einem falschen Swami, der ihn so ein paar Tage aus Los Angeles fernzuhalten hat im Auftrag seines Auftraggebers. Der hat sich nämlich im Zauberspruchbusiness ein solides Standbein verschafft und will das nun auf beide Beine ausbauen, indem er seinem Konkurrenten seine Geburtstagsparty versaut. Denn das ist – wie sich erst am Ende der Folge rausstellt – keine gewöhliche Party zum 50. sondern geht mit der Opferung der Erstgeborenen einher. Und der Plan hätte funktioniert, wenn nicht diese dämlichen Kinder gewesen wären! Äh…wenn da nicht Wesley gewesen wäre, der nicht nur seine Nase in Angelegenheiten gesteckt hat, die ihn nix angehen, sondern auch andere Körperteile in Körperöffnungen der vermeindlichen Jungfrau. Wes muss sich nämlich als Angel ausgeben, um den Tag und Cordy zu retten und tritt dabei so ca in jedes Fettnäpfchen, was er finden kann, kann aber auch durch Heldenmut und Gewitztheit glänzen. Während Angel scheinbar oberflächliche Gespräche mit Art leFleur führt, die sich als erstaunlich treffsicher und tiefgründig entpuppen.

Kurz: Diese Folge ist Gold. Jeden Dialog in der einsamen Waldhütte möchte man am liebsten küssen und einrahmen, Alexis Danisof kann endlich was anderes spielen als den tollpatischigen Gehülfen und blüht regelrecht auf als Angel-Darsteller. So sehr, dass er ihm am Ende neben Mantel auch locker die Show stiehlt. Und dann die Regiearbeit und vor allem der Schnitt. Die Folge ist auf den Punkt geschnitten und man möchte sie den Laiendarstellern (die erstaunlicherweise für 7 Jahre Voyager bezahlt wurden) aus dem echt mies geschnittenen Crowdfundingvideo für die Voyagerdokumentation rechts und links um die Ohren hauen. Diese Folge hier gehört in die Top 5 der besten Angel-Folgen. Und nicht nur weil hier wirklich geangelt wird. Keine Frage, wir sind ohne zu zögern sowas von auf der Tanzfläche, hüpfen und springen und gröhlen mit beim

Tanz der Freude.

Biss zum Morgengrauen

Erinnert Ihr Euch noch, dass wir eine Postkarte bekommen haben? Das ist gefährlich. Denn daraufhin kann es natürlich ganz schnell passieren, dass man als Gegenzug eine Einladung ins Hotel bekommt. Und so können wir heute eine liebliche Stimme im Podcast begrüßen. Und die gehört der liebreizenden Kirsten, die noch keinen eigenen Podcast hat, aber als Gästin durch verschiedene Produktionen tingelt.

Und zusammen reden wir über “Dear Boy” eine Folge, die endlich das inzwischen von allen Beteiligten als eher nervig empfundene “Darla besucht Angel im Traum”-Scheme zu Ende bringt und statt dessen eine echte Konfrontation mit sich bringt. Darla offenbart sich dem guten Angel, dessen “ich habe Darla gesehen!” Rufe allerdings an der Skepsiswand der restlichen Belegschaft abprallen, denn schließlich waren ja alle dabei, als das dritte Zeitalter der Menschheit…äh..als Darla in eine handliche Portion Staub verwandelt wurde. Aber eine Blondine macht noch keine Summers und so wird auch noch Kate mit in die Sache reingezogen und Angel ein Mord angehängt, den er nicht begangen hat. Aber ganz ehrlich: Noch 5 Minuten länger mit dem nervigen Opfer und wir hätten es selber umgebracht. Kate rückt also im Büro ein und läßt sich natürlich als ersten mal das Vorstrafenregister des einzigen Schwarzen im Raum faxen. Genau der kann aber schließlich den Beweis bringen, dass Angel unschuldig sein muss. Der hat allerdings inzwischen Darla in ein Wasserresorvoir (puh, wie schreibt man das) entführt, wo man diskutiert, bis es nicht nur dem Zuschauer graut, sondern auch der Morgen. Während Darla im Lichtschein entschwindet, bleibt Angel sauer und grübelnd zurück. Aber wenigstens ist jetzt auch die Kartze aus dem Sack.

Apropos: So richtig reißt uns das Gesehene nicht mit und wir finden uns nur so halb auf der Tanzfläche wieder und sparen uns unsere Tanzenergie für die kommene Folge. Wo zumindest einer der beiden Stammpodcaster so richtig abgehen wird auf dem Dancefloor.

Die Mädels ausser Kontrolle

Heute geht es um Frauenpower und deshalb haben wir uns selbige in geballter Form als Verstärkung geholt. Die gute Lara hat Ihr Zimmer bezogen und versprochen, auf Käsefondue und Alphornspielen für die Dauer der Aufnahme zu verzichten, wir wissen nicht, welche Rolle das normalerweise in ihrem Leben als Auslandsschweizerin spielt.

Aber auch Angel hat Frauenbesuch oder besser: Ein Hilfegesuch, geht undercover, wird durchlöchert und in seinen Träumen weiter von seiner Exfreundin heimgesucht. Was allmählich nicht mehr nur Sascha auf den Sack geht. Aber eigentlich geht es ja um eine telekinetisch begabte junge Dame, die hier eine ihrer ersten Schauspielrollen hat und so ziemlich jede(n) des aktuellen Doctor Who Castes an die Wand spielen würde. Und Waden hat die Dame! Unsere lieblingshassanwaltskanzlei möchte sich die telekinetischen Kräfte der Dame zunutze machen, während Angel sie in gewohnter Weise auf die gute Seite ziehen möchte. Was am Ende in einem spektakulären Showndown in der nun renovierungsbedürftigen oberen Etage des Hotels mündet und in einer Selbsterkenntnis der Dame über ihren Vater, die Angel nie geschafft hat. Das ganze wieder garniert mit tollen Dialogen und wirklich guten bildlichen Umsetzungen. Aber eben auch mit einer Szene, in der das Missbrauchsopfer aus Selbsthass(?) versucht Angel zu verführen, wo sich allen Beteiligten die Nägel hochschrauben, einfach weil es weh tut, anzusehen. Aber nicht, weil es schlecht geschrieben oder umgesetzt wäre. Nein, das Thema Sexueller Mißbrauch und seine Folgen ist einfach eins, das man nicht in einer Serie erwartet, in der Vampire und Dämonen bekämpft werden. Aber vielleicht ist das auch der größte Dämon, den es zu bekämpfen gibt. Und es ist wichtig und richtig das Thema auch an unerwarteten Stellen anzufassen. Und das passiert hier in einer angemessenen Form, versteht uns nicht falsch. Die Folge ist gut. Aber ehrlich gesagt haben wir angesichts des Themas heute nicht wirklich Lust zu tanzen. Einfach weil Tanzen unangemessen wäre.

Die Stunde des Bären

Jo, Digger, was geht ab? Jojojo! Das Hotel is indahouse!

Was? Das klingt peinlich und bemüht? Nunja, das kommt davon, wenn (mittel)alte weiße Männer versuchen so zu schreiben, wie die hippe rappende Jugend sprechen tut. Und das tut (hehe) auch der Autor der heutigen Folge, der auffallend unschwarz daher kommt und dennoch den Großteil seiner Folge in da hood spielen lässt. Die Party mit dem Autoschieber ist vermutlich die seltsamste Party, die wir je gesehen haben. Aber hey: Es gibt immerhin EIN Bierfass. Zum Selberzapfen. Was will man mehr? Vielleicht noch einen Bären, idealerweise im fallenden Zustand. Denn der gute Micha hat sich aus dem Saarland ins Hotel begeben, um mit uns gemeinsam diese Folge zu besprechen. Und das war ein Spaß! Im Gegensatz zur Folge, die eher so dahindümpelt. Der Bösewicht ist hochgradig albern und wenig furchteinflößend und auch die Handlung ist eher so mäh: Cordie will (gegen dessen Willen) Gunn beschützen und stellt am Ende fest: Sein größter Feind ist er selbst. Vielen Dank, Captain Planet! Aber wie das für eine Joss Wedon Serie üblich ist, wird auch der schwachste Plot durch starke Szenen und Dialogwitz aufgewertet. Die Szene, in der die Gang komplett ausgelaugt an einem Auto lehnt und sich gegenseitig die Wehwehchen auftrumpft ist großartig. Der Rest eher weniger.

Und so stehen wir am Ende eher an der Bar ohne große Lust zu tanzen.