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Biss zum Morgengrauen

Erinnert Ihr Euch noch, dass wir eine Postkarte bekommen haben? Das ist gefährlich. Denn daraufhin kann es natürlich ganz schnell passieren, dass man als Gegenzug eine Einladung ins Hotel bekommt. Und so können wir heute eine liebliche Stimme im Podcast begrüßen. Und die gehört der liebreizenden Kirsten, die noch keinen eigenen Podcast hat, aber als Gästin durch verschiedene Produktionen tingelt.

Und zusammen reden wir über „Dear Boy“ eine Folge, die endlich das inzwischen von allen Beteiligten als eher nervig empfundene „Darla besucht Angel im Traum“-Scheme zu Ende bringt und statt dessen eine echte Konfrontation mit sich bringt. Darla offenbart sich dem guten Angel, dessen „ich habe Darla gesehen!“ Rufe allerdings an der Skepsiswand der restlichen Belegschaft abprallen, denn schließlich waren ja alle dabei, als das dritte Zeitalter der Menschheit…äh..als Darla in eine handliche Portion Staub verwandelt wurde. Aber eine Blondine macht noch keine Summers und so wird auch noch Kate mit in die Sache reingezogen und Angel ein Mord angehängt, den er nicht begangen hat. Aber ganz ehrlich: Noch 5 Minuten länger mit dem nervigen Opfer und wir hätten es selber umgebracht. Kate rückt also im Büro ein und läßt sich natürlich als ersten mal das Vorstrafenregister des einzigen Schwarzen im Raum faxen. Genau der kann aber schließlich den Beweis bringen, dass Angel unschuldig sein muss. Der hat allerdings inzwischen Darla in ein Wasserresorvoir (puh, wie schreibt man das) entführt, wo man diskutiert, bis es nicht nur dem Zuschauer graut, sondern auch der Morgen. Während Darla im Lichtschein entschwindet, bleibt Angel sauer und grübelnd zurück. Aber wenigstens ist jetzt auch die Kartze aus dem Sack.

Apropos: So richtig reißt uns das Gesehene nicht mit und wir finden uns nur so halb auf der Tanzfläche wieder und sparen uns unsere Tanzenergie für die kommene Folge. Wo zumindest einer der beiden Stammpodcaster so richtig abgehen wird auf dem Dancefloor.

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Die Mädels ausser Kontrolle

Heute geht es um Frauenpower und deshalb haben wir uns selbige in geballter Form als Verstärkung geholt. Die gute Lara hat Ihr Zimmer bezogen und versprochen, auf Käsefondue und Alphornspielen für die Dauer der Aufnahme zu verzichten, wir wissen nicht, welche Rolle das normalerweise in ihrem Leben als Auslandsschweizerin spielt.

Aber auch Angel hat Frauenbesuch oder besser: Ein Hilfegesuch, geht undercover, wird durchlöchert und in seinen Träumen weiter von seiner Exfreundin heimgesucht. Was allmählich nicht mehr nur Sascha auf den Sack geht. Aber eigentlich geht es ja um eine telekinetisch begabte junge Dame, die hier eine ihrer ersten Schauspielrollen hat und so ziemlich jede(n) des aktuellen Doctor Who Castes an die Wand spielen würde. Und Waden hat die Dame! Unsere lieblingshassanwaltskanzlei möchte sich die telekinetischen Kräfte der Dame zunutze machen, während Angel sie in gewohnter Weise auf die gute Seite ziehen möchte. Was am Ende in einem spektakulären Showndown in der nun renovierungsbedürftigen oberen Etage des Hotels mündet und in einer Selbsterkenntnis der Dame über ihren Vater, die Angel nie geschafft hat. Das ganze wieder garniert mit tollen Dialogen und wirklich guten bildlichen Umsetzungen. Aber eben auch mit einer Szene, in der das Missbrauchsopfer aus Selbsthass(?) versucht Angel zu verführen, wo sich allen Beteiligten die Nägel hochschrauben, einfach weil es weh tut, anzusehen. Aber nicht, weil es schlecht geschrieben oder umgesetzt wäre. Nein, das Thema Sexueller Mißbrauch und seine Folgen ist einfach eins, das man nicht in einer Serie erwartet, in der Vampire und Dämonen bekämpft werden. Aber vielleicht ist das auch der größte Dämon, den es zu bekämpfen gibt. Und es ist wichtig und richtig das Thema auch an unerwarteten Stellen anzufassen. Und das passiert hier in einer angemessenen Form, versteht uns nicht falsch. Die Folge ist gut. Aber ehrlich gesagt haben wir angesichts des Themas heute nicht wirklich Lust zu tanzen. Einfach weil Tanzen unangemessen wäre.

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Die Stunde des Bären

Jo, Digger, was geht ab? Jojojo! Das Hotel is indahouse!

Was? Das klingt peinlich und bemüht? Nunja, das kommt davon, wenn (mittel)alte weiße Männer versuchen so zu schreiben, wie die hippe rappende Jugend sprechen tut. Und das tut (hehe) auch der Autor der heutigen Folge, der auffallend unschwarz daher kommt und dennoch den Großteil seiner Folge in da hood spielen lässt. Immerhin:

Das ist n valider Punkt. Und vermutlich sollten wir alle mit einem Kondom auf dem Kopf herumlaufen. Die Party mit dem Autoschieber ist vermutlich die seltsamste Party, die wir je gesehen haben. Aber hey: Es gibt immerhin EIN Bierfass. Zum Selberzapfen. Was will man mehr? Vielleicht noch einen Bären, idealerweise im fallenden Zustand. Denn der gute Micha hat sich aus dem Saarland ins Hotel begeben, um mit uns gemeinsam diese Folge zu besprechen. Und das war ein Spaß! Im Gegensatz zur Folge, die eher so dahindümpelt. Der Bösewicht ist hochgradig albern und wenig furchteinflößend und auch die Handlung ist eher so mäh: Cordie will (gegen dessen Willen) Gunn beschützen und stellt am Ende fest: Sein größter Feind ist er selbst. Vielen Dank, Captain Planet! Aber wie das für eine Joss Wedon Serie üblich ist, wird auch der schwachste Plot durch starke Szenen und Dialogwitz aufgewertet. Die Szene, in der die Gang komplett ausgelaugt an einem Auto lehnt und sich gegenseitig die Wehwehchen auftrumpft ist großartig. Der Rest eher weniger.

Und so stehen wir am Ende eher an der Bar ohne große Lust zu tanzen.

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Nicht-Moby und der wütende Pfadfindermob

Nach über einem Jahr ist es endlich soweit: Wir sind im Hotel angekommen, das diesem Podcast seinen Namen und Angel und seiner Gang eine Heimat gegeben hat (zumindest – Achtung Spoiler – bis Ende von Staffel 4). Und in dieser Folge erfahren wir wie und warum.

Stellt sich raus: Der gute Angel war schon in den 50ern nicht nur ein begnadeter James Dean Leiendarsteller, sondern auch gefürchteter Gast in zwielichtigen Hotels. Und das, obwohl sich nicht minder zwielichtige Gestalten in den Fluren und den angrenzenden Zimmern herumgetrieben haben. Der Schauspieler, der auf Stricherjungen steht zum Beispiel. Oder der Schreiber, der wegen seiner kommunistischen Gedanken keine Arbeit mehr hat. Oder der erfolglose Vertreter mit der Deutschlandkrawatte. Oder Nicht-Moby, der sich als Page verdingen muss. Sie alle bekommen von einem Dämonen diverse Dinge (HA! Alliteration!) eingeflüstert, die paranoide Phantasien pflanzen. Da darf natürlich auch nicht die Dame fehlen, die eine Bank um eine größere Summe gebracht hat und selbige (Die Summe, nicht die Bank) im Keller versteckt.

Zwischenzeitlich blenden wir immer mal wieder in die hier und jetztzeit, um Cordie und Wesley bei der Detektiv- und Dämonenaustreibarbeit zuzugucken. Wobei die Übergänge zwischen den Epochen sowohl erzählerisch als auch inszenatorisch so harmonisch ineinanderfließen, dass uns fast schon die Superlative ausgehen. In dieser Folge steckt so unglaublich viel Liebe, dass man sie im Gegenzug nur zurücklieben kann. Die Schauspieler sind erste Sahne, die Kameratechnik, die Regie und das Drehbuch lassen keine Wünsche offen, während uns ein Gleichnis über Schuld und Sühne auf die (Monitor)Leinwand gezimmert wird, das man Chibnall und Konsorten wieder mal am liebsten so lange um die Ohren schlagen will (gerne mit dem kompletten Monitor) bis sie endlich kapiert haben, wie man gutes Fernsehen schreibt und macht. Nämlich genau SO! Man kann mit Fug und recht behaupten: Wir sehen hier 45 Minuten des besten Serienfernsehens der letzten 30 Jahre. Dass wir uns hier in einer Zeit befinden, in der man besser kein Kommunist, schwul oder schwarz war wird uns anhand kleiner einprägsamen Szenen gezeigt (Für Chibnall gerne nochmal buchstabiert: „G E Z E I G T“) und nicht in Form einer verbalen Moralkeule in die Fresse gedrückt. Teilweise passiert das sogar komplett ohne Worte. Dafür umso wirksamer. Weil man sich seine eigenen Gedanken dazu machen kann und soll.

*lufthol* SO MACHT MAN DAS, CHIBNALL!

Aber glauben Sie nicht nur zwei dauernörgelnden alten Männern wie Gregor und Sascha! Nein! Wir haben noch einen dritten Dauernörgelnden alten Mann dazu geholt: Raphael! Und er hat immerhin die dritte Macht! (Nicht zu verwechseln mit der Macht der Drei). Und zusammen legen wir die Nicht-Moby-Platte auf und tanzen

DEN TANZ DER FREUDE

Aber sowas von! Du kannst die Folge so nehmen und einrahmen, sie ist nahezu perfekt.

Und weil wir drüber sprachen:

Nicht-Moby bei „How I met your mother“

Ein Zombie hing am Glockenseil (Ey, baumel, ey!)

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Vampire Monster Autoren

Es ist all hallows eve also ein Tag, in denen Dämonen & Vampire endlich mal frei haben. Auch der Geist muss niemandem auf den selbigen gehen sondern hat Waschtag. Denn an Halloween spuken nur die Menschen. So steht es schon im Buch der Wächter geschrieben. Und da sind wir schon mitten im Thema. Denn wir haben die Autorin des Buches der Wächter eingeladen, um mit uns über die Entstehungsgeschichte ihres Werkes (oder besser: Werke) zu sprechen und natürlich über Buffy und Angel allgemein: Claudia Kern hat sich nämlich Mitte der zweitausender im Auftrag des Heel-Verlages hingesetzt, ist in die Rolle von Giles und Wesley geschlüpft und hat deren dämonisches Denken (<- das steht da nur wegen der billigen Alliteration) und Wissen in Papierform gebracht, kommentiert von Buffy und Spike. „Moment!“ Wird jetzt der/die ein oder andere sagen. „Das kenne ich doch! Das klingt nach einem amerikanischen Buch, das 2015 erschienen ist!“ Ja. Aber die Bücher sind (offiziell) nicht miteinander verknüpft. Wolfram&Hart ermitteln noch. 🙂

Darüber hinaus hat Claudia auch die Comics von Buffy und Angel ins Deutsche übersetzt, darunter auch das erst kürzlich erschienene Reboot in Comic-Form. Alles erhältlich beiim Comicdealer Eures geringsten Mißtrauens.

Und weil Claudia immer ein äußerst angenehmer Gesprächsgast ist (sie hat für die Aufnahme extra ein Gewitter organisiert!), kommen wir natürlich noch von Hölzchen auf Stöckchen, ein kleiner Exkurs zu Babylon 5 darf ebenso wenig fehlen wie eine Schelte für moderne Serienschaffende (CHHHHHIIIIIIBBBBBNAAAAAALLLLL!!!!!).

Freut Euch auf anderthalb weniger gruselige sondern eher erfreuliche Stunden mit einer Gesprächsgästin, die bereits ihr Zimmer für weitere Auftritte gebucht hat. Und gemeinsam tanzen wir

Den Tanz der Halloween-Freude

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Ritter Kamals wundersames Straßgericht

Da simmer wieder! Und wie wir das von Angel inzwischen gewohnt sind, versucht sich die Serie wieder ein klein bißchen neu zu erfinden und liefert zum Beginn der zweiten Staffel sowas wie einen zweiten Piloten ab.
Beginnt schon mit der Einführung neuer Figuren und Schauplätze. Und die habens allerdings wieder mal in sich: Eine Dämonen-Karaoke-Bar, auf die Idee muss man erstmal kommen. Dort begrüßt uns der noch namenlose Lorne direkt mit eine Gesangseinlage und auch unser Angel darf mal zum Mikro greifen. Oh, Man(n)dy! Apropos Angel: der hat zwar noch kein neues Büro, aber darf seine Nase spürbar hochtragen, weil er seine Erlösung quasi schon in greifbarer Nähe sieht. Die Szene, wie die Gang beinahe schon beiläufig ein Dämonennest im Fitnessstudio aushebt ist (zumindest in 4/3) super inszeniert und gehört zu den Szenen, die uns im Zusammenhang mit der Serie total in Gedächtnis geblieben sind. Aber wie sagt das Sprichwort (und Lorne): „Hochmut kommt vor dem Fall“ (you know: „before the fall“, winkwink) und unsere Gang wird jäh auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Angel bringt versehentlich den Falschen um und stellt sich bei der anschließenden Rettung einer jungen Dame alles andere als clever an. Worum es da eigentlich genau geht und was und wie und warum und häh? Egal. Die eigentliche Handlung tritt hier spürbar in den Hintergrund zurück, um die Entwicklung von Angel&the Gang zu thematisieren. Das wiederum in gewohnt gelungenen Szenen und Dialogen, aber irgendwie fühlt sich die Folge dadurch unrund an. Und auch die Szene mit unseren Hass-Anwälten und der wiedererweckten Darla wirkt wie ein Fremdkörper. Immerhin: Wir haben den ersten Auftritt des namensgebenden Hotels! Und das hat offenbar dermaßen gemütliche Betten, dass unser Gast Farina die halbe Aufnahmesession verschlafen hat und erst ab der zweiten Hälfte ins Mikro gähnt. 🙂

Was bleibt ist eine sehr durchmischt Meinung über eine sehr durchmischte Folge. Eigentlich ist auch nur Gregor so richtig zum Tanzen zumute und er bringt uns auch gleich noch ein paar neue Schritte bei. Denn weder Farina noch Sascha haben bis dato von einem Tanz namens Jitterbug gehört. Aber genau so stellen wir uns Gregor beim Tanzen vor:

Apropos Tanzen und Gregor: Der gute wird genau heute 40 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch, alter Sack!

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LA sehen und darben

Huch? Schon Monatsmitte? Ein Podcast so ganz ausser der Reihe? Rischtisch. Wir wolln ein wenig zurückblicken. Denn als wir das Projekt gestartet haben, war uns klar, dass wir im monatlichen Turnus eeeeewig brauchen würden, um alleine schon durch Staffel 1 durchzukommen. Ha! Das würde ja dauern bis…Oktober 2020! Und was sollen wir sagen? Da simmer! Haben sich unsere Erwartungen erfüllt? Mussten wir die rosarote Brille enttäuscht abnehmen? Oder ist Staffel 1 sogar *noch* besser, als wir sie in Erinnerung hatten? Darüber wollen wir ausserhalb der Reihe sprechen. Mit ein paar Gästen aus der Konserve und aus der Hotelbar. Denn die gute Sabrina ist gleich mal nach der letzten Aufnahme kleben geblieben und gibt gleich mal ihren Senf zu Staffel eins zum Besten. Eure Meinung interessiert uns natürlich auch! Wir freuen uns über Kommentare und beim Gedanken an Staffel 1 tanzen wir
Den Tanz der Freude.

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Der Schmuh mit dem Shanshu

Heute ist das Ende aller Tage *flüster* was? Oh, die Regie sagt mir doch nicht. Sondern das Ende der ersten Staffel!
Mann, das ging dann doch überraschend flott, selbst im monatlichen Turnus. Die älteren hörenden erinnern sich: beim letzten Mal fand unser Protagonist eine alte Schriftrolle und sein gelehrter Assistent heraus, dass sich eben jene Schriftrolle mit ebenjenem Ende aller Tage beschäftigt. Stellt sich raus: Angel wird am Ende (wie wir alle) den Löffel abgeben. Was jener (also Angel, nicht der Löffel) mit einen gelangweilten Schulterzucken quittiert.
Könnte also alles normal laufen, wenn nicht im Vorgarten der Anwaltskanzlei unseres geringsten Vertrauens ein Dämon beschworen worden wäre, der nun Stück für Stück Angels Companions ausschaltez und das bei den Regisseuren und Kameramenschen verhasste Büroset in die Luft sprengt. Gegner in eine hoffnungslose Ecke treiben ist allerdings stlten eine Gute Idee, denn dann schlagen sie gerne mal zurück.
Die vom Latein gelangweilten Anwälte können also zwar ihr Ritual durchführen, verlieren dabei allerdings Arm und Schriftrolle.
Diese stellt sich als sowas wie das schlaue Handbuch von Tick, Trick und Track heraus. Sie kann nämlich nicht nur die Zukunft voraussagen und sehr spezielle Dämonen der Vergangenheit beschwören, sondern sie ist auch exakt das Heilmittel für exakt die Bessessenheit, die Cordelia befallen hat. Und – haltet Euch fest – sie ist auch noch ein äußerst dekorativer Wandschmuck. Eine Schande, dass Angel sie im äußert klapprigen „Waffenschrank“ verwahrt.
Immerhin kann Wes am Ende der Folge noch tellen, dass er einen kleinen Übersetzungs-FauxPas begangen hat und Angel nur sterben kann, wenn er vorher gelebt hat. Was dem stets grübelnden Vampir dann tatsächlich ein kleines Lächeln entlockt.
Cordelia dagegen hat für einige Tage das komplette Leid der Welt auf ihren Schultern getragen und dadurch erkannt, das Ruhm und Geld nicht alles sind.
Apropos Ruhm und Geld: Unser Nerd-Millionär, der mal eine wiederkehrende Rolle bekommen sollte, absolviert hier einen Plfichtauftritt und ebenso Kate. Damit wir alle nochmal gesehen haben.
Apropos nochmal gesehen: Wir haben einen altbekannten Gast im Hotel: Sabrina hat den Weg an die Hotelbar gefunden und offensichtlich auch die Minibar. 🙂

Wir stoßen auf das Ende der ersten Staffel an, die bis auf wenige Ausreißer großartig war. Und auch bei dieser Folge sind wir auf der Tanzfläche und tanzen den
Tanz der Freude.
Auch wenn es uns ein wenig sauer aufstößt, dass sich viel von der Folge (und ihren Folgen) hätte vermeiden lassen können, wenn sich Angel in der letzten Folge nur *ein bißchen* mehr Mühe gegeben hätte, Lindseys Seele zu retten.

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Ein blaues Auge für Lindsey

Hallo Freund:innen der gepflügten Vampirunterhaltung! Heute haben wir eine Folge, die unsere Caster etwas zwigespalten zurücklässt. Aber zum Glück haben wir uns eine dritte Meinung eingeholt, wenn auch nicht von der dritten Macht, aber von „Nerd und Krempel“. Der gute Chris ist mit an Bord, um heute ein Auge auf Frau Bräuer zu werfen. Denn es braut sich gewaltig was zusammen. Die Dame ist nämlich nicht nur blind und kann trotzdem sehen, sondern auch noch eine Auftragskillerin der diabolischen Anwaltskanzlei (gibts favon eigentlich auch nichtdiabolische?) Wolfgang und Herz (Ihre Kanzlei mit Herz), die sie in schöner Regelmäßigkeit aus diversen Mordundtotschlagprozessen rausboxt. Selbst wenn Angel zufällig in den Fall gerät und dem Gericht mal so richtig zeigt, wo denn die guteste Ihre Sonnenbrille holt (nämlich ganz lässig aus der Luft).
Aus uns nicht ganz nachvollziehbaren Gründen fallen daraufhin Held und Antiheld Lindsey beide in tiefe Sinnkrisen und die titelgebende Protagonistin storytechnisch so weit nach hinten, dass wir sie gegen Ende, als ihr Handlungsstrang aufgelöst wird, schon beinahe fast vergessen hätten (so wie vermutlich auch die Autoren).
Denn im Grunde dient die Folge vorwiegend dazu den Charakter von Lindsey zu vertiefen und Angel irgendwie in den Besitz einer mysteriösen Prophezeiung zu bringen, die uns den Rest der Serie (und darüber hinaus) begleiten wird wie ein hartnäckiges Vestikel am Gesäß.
Aber das ganze ist durchaus kurzweilig und gewohnt schön inszeniert. Vor allem die Heist-Szene, in der die beiden Gegenspieler gemeinsame Sache machen und das Herz der Anwaltskanzlei vordringen macht unglaublich Spaß. Bauchschmerzen bereitet aus heutiger Sicht allerdings der Spaß, den Gun dabei hat, lautstark in einer Lobby voller schwer bewaffneter Sicherheitsleute deren weiße Privillegien in Frage zu stellen. Vermutlich wäre das heute das letzte, was er je gesagt hätte.
Aber, weil es in „Angel“ ja besser zugeht, als im richtigen Leben, wird nicht der aufmüpfige Schwarze erschossen, sondern der schleimige Sheldon-Anwalt. Und Lindsey für seine Unfähigkeit befördert.
Am Ende eine Folge mit viel Licht, aber auch viel Schatten (warum gibt sich Angel zB so wenig Mühe, Lindsey wirklich auf den rechten Pfad zu führen, obwohl er vorher eine Litanei über die Ungerechtigkeit des Lebens gehalten hat?) die sich irgenwie anfühlt wie ein Vehikel. Aber ein wunderschön rundlaufendes Vehikel.
Während der eine also noch etwas zögernd am Dancefloorrand steht, ist der andere (wenn auch mit etwas schlechtem Gewissen) auf der Tanzfläche und tanzt
Den Tanz der verhaltenen Freude

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Gunns geniales Gang-Gemetzel

Buffy und Angel werden ja – zurecht – oft wegen ihrer Progressivität gelobt: Starke Frauencharaktere, Homosexualität, you name it. Tatsächlich kann man die Serie(n) dafür nicht genug nach vorne stellen. Aber tritt man einen Schritt zurück wird auffällig klar, dass – vor allem bei Angel – fast ausschließlich mittelalte weiße Männer über die Mattscheibe laufen.

Sascha:
„Das exotischste, was sich Joss Weadon vorstellen kann, sind offenbar Briten.“

Tatsächlich kann man die nicht-weißen(*) Charaktere mit Sprech- oder tragenden rollen beinahe an einer Hand abzählen: Mr Trick, Kendra, der Schuldirektor aus der siebten Buffystaffel, dessen Name uns immer entfällt und…äh…tja.
DAS muss auch irgendwann Anfang der 2000er den Serienmachenden aufgefallen sein, so dass sie wie weiland die „Kein Pardon“ Redaktion zusammensaß und festellte: „Wir brauchen was Frisches, was Ausgefallenes!“

Auftritt Gunn („Habt Ihr jemand anders erwartet?“)
Der schon recht klischeehaft aus dem Nebel tritt und eine erstaunlich diverse Straßengang von angeblich Jugendlichen anführt, die alle aussehen, als hätten sie die 30 schon deutlich überschritten. Warum sie da nicht nur gegen den Hunger sondern auch gegen Vampire kämpfen, wer da zuerst den Block beherrscht hat und warum der Obervampir aussieht wie ein britischer Nazi-Hool? Und wieder einmal fragen wir uns, warum von den Vampiren noch niemand festgestellt hat, dass man Menschen ganz einfach erschießen kann. Aber Egal! Es macht Spaß zuzuschauen. Zumal Angel hier wieder mal zeigen kann, dass er im zwischenmenschlichen Bereich durchaus dazugelernt hat. Der Vampir-Überfall am hellerlichten Tag in Schutzkleidung ist eine erfreulich frische Idee, die Kämpfe gut inzeniert und die Plock-Railgun herrlich dämlich.

Schön auch der Kontrast zum B-Plot, in dem die Gang (also die von mittelalten weißen gutsituierten) in der High Society unterwegs ist und für einen Software-Multimillardär-Nerd ein paar Fotos von peinlichen Bordellbesuchen konfiszieren muss. Und wir hoffen inständig, dass Angel auch die Negative besorgt hat. Ein Plot, der heutzutage in Zeiten von SD Karten, Social Media und Cloud-Diensten überhaupt nicht mehr funktionieren würde und der selbst Anfang 2000 schon eine leichte Patina hatte.

So fragwürdig die Umstände von Gunns Dazustoßen in den Cast auch sein mögen, machen sie doch unglaublich Spaß beim Zuschauen und er wird als wichtige Bereicherung des Ensembles aus selbigen bald nicht mehr herauszudenken sein. Wir sind auf jeden Fall auf der Tanzfläche und tanzen den

Tanz der Freude

Was auch den Umständen der Produktion dieser Folge geschuldet sein dürfte. Denn die Hotel-Lobby wird gerade saniert und deshalb haben sich die Hausherren in Gregors Suite zurückgezogen und die Minibar geplündert:

(*)Noch ein wichtiger Hinweis:
Und wenn wir in dieser Folge von „Schwarz“ reden dann ist das nicht abwertend gemeint, aber „Farbig“ halten wir für einen NOCH dämlicheren Begriff, denn wenn jemand farbig ist, dann die angeblich „weißen“: Wenn uns warm ist, sind wir rot, wenn uns kalt ist, sind wir blau und wenn uns schlecht ist sind wir grün/grau. Und „Nichtweiß“ ist wiederum ausgrenzend, weil es „Weiß“ als Normalzustand definiert. Kurz: Sprache ist kompliziert. Aber wir sind froh, dass der Angel-Cast diverser geworden ist und wir im Jahr 2000 endlich einen schwarzen Hauptdarsteller bekommen.